Wer kommt zu uns - Störungsbilder
     
Regelmäßig befassen wir uns mit folgenden Störungsbildern:
     
- Depression
  Gedrückte Stimmung, Verlust von Freude und Interesse, erhöhte Ermüdbarkeit.
     
- Angststörungen
  - Trennungsangst: Unrealistische und anhaltende Ängste vor Trennung oder Verlust der Bezugspersonen.
  - Generalisierte Angst: Intensive Ängste um mehrere Ereignisse.
  - Soziale Angst: Anhaltende Ängste vor Fremden.
  - Phobie (=Furcht)
     
- Autismus
  Auffälligkeiten bezügl. sozialer Interaktion, Kommunikation und Sprache sowie repetitiven, restriktiven und stereotypen Verhaltensmuster .
     
- Lese-Rechtschreib-Schwäche
  Umschriebene eindeutige Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lese- und/oder Rechtschreibfertigkeiten.
     
- Störung des Sozialverhaltens
  Wiederholt und anhaltendes Verhaltensmuster, bei dem Grundrechte anderer oder die wichtigsten altersentsprechenden Normen oder Gesetze verletzt werden.
     
- Tic-Störungen
  Unwillkürlich, wiederholte, rasche nicht-rhythmische Bewegung oder Lautproduktion, plötzliche einsetzend ohne erkennbaren Zweck.
     
- Aufmerksamkeitsstörungen
  Eindeutiges Vorliegen eines abnormen Ausmaßes von Unaufmerksamkeit und/oder Überaktivität und Impulsivität, das nicht dem Alter und Entwicklungsstand entspricht.
     
- Emotionale Störungen des Kindesalters
  - Geschwisterrivalität: Intensive negative Gefühle zu jüngerem Geschwister.
  - Bindungsstörungen: Deutlich widersprüchlich oder ambivalente soziale Reaktionen. Wahlloses, distanzlos-diffuses Kontaktverhalten.
     
- Rechenschwäche (Dyskalkulie)
  Umschriebene Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten.
     
- Einkoten (Enkopresis)
  Willkürliches und unwillkürliches Einkoten ohne organische Ursachen.
     
- Einnässen (Enuresis)
  Unwillkürliche Harnabgabe ab 5 Jahren.
     
- Belastungsreaktionen
  Reaktion auf ein außergewöhnlich belastendes Lebensereignis.
     
- Nichtorganische Schlafstörungen
  Ungenügende Dauer oder Qualität des Schlafes. Alpträume, Schlafwandeln und Pavor nocturnus.
     
- Essstörungen
  - Anorexia nervosa: Selbst verursachtes zu niedriges Körpergewicht, durch Hungern. Überwertige Idee, zu dick zu sein.
  - Bulimia nervosa: Häufige Essattacken, gefolgt von Erbrechen, Laxantienabusus, Fasten etc., Krankhafte Furcht, zu dick zu werden bzw. zu sein.
     
     
     
Was ist eigentlich noch normal?: Infos für Eltern
     
  Eltern sind natürlicherweise besorgt um die Gesundheit und das Wohlbefinden ihres Kindes. Viele Eltern sehen ihren Nachwuchs als normal an, was völlig richtig ist. Dennoch sind einige Eltern besorgt, ob ihr Kleinkind, Kind oder Jugendlicher ein Problem hat. Diese Sorgen können Punkte betreffen wie:
     
  - Wie ist das Kind entwickelt?
  - Das emotionale Wohlbefinden des Kindes
  - Was äußert, denkt und fühlt das Kind?
  - Wie verhält sich das Kind (z.B. Essens- und Schlafmuster, Schulverhalten, Zurechtkommen mit Familie und Freunden oder Stressbewältigung)
     
  Kinder- und Jugendpsychiater können helfen, Eltern und Familien diese Fragen darüber, was normal ist und was nicht, zu beantworten. Üblicherweise interviewen sie die Kinder und befragen Eltern nach der bisherigen Gesundheit des Kindes und seinem Verhalten. Sie fragen vielleicht auch, wie die Familienmitglieder miteinander klarkommen. Kleinkinder, Kinder und Jugendliche sind „normal” (psychisch gesund) wenn sie entsprechend ihrem Alter gut integriert sind und folgende Dinge gerne tun:
     
  - Lernen, Schule und/oder Arbeit
  - Beziehungen in der Familie leben
  - Beziehungen mit Freunden leben und
  - Spielen
     
  Viele Eltern besprechen ihre Sorgen über die „Normalität” ihres Kindes zuerst mit einem Familienmitglied, Freund, dem Kinderarzt oder Lehrer, die dann vielleicht die Familie des Kindes an einen Kinder- und Jugendpsychiater verweisen. Er oder sie hören den Eltern und dem Kind genau zu und beurteilen:
     
  - Die Langzeitfaktoren, die Entwicklungsprobleme des Kindes begünstigen oder davor schützen
  - Die Kurzzeit- oder auslösenden Faktoren der Probleme des Kindes
  - Die Faktoren, die dazu führen, dass die Probleme aufrecht erhalten werden.
  - Die Mögliche Rolle anderer körperlicher Bedingungen (z.B. Hormone, neurologische Besonderheiten)
     
  Basierend auf dieser Untersuchung kann der Kinder- und Jugendpsychiater:
     
  - Eltern aufklären, wie sie die normale Entwicklung unterstützen können
  - Eine Maßnahme oder ein Lernprogramm für das Kind empfehlen und/oder Beratung oder Training für Eltern zur Unterstützung der normalen Entwicklung und effektiver Erziehung.
     
  Wenn die Untersuchungsergebnisse auf eine psychiatrische Störung hinweisen, wird der Kinder- und Jugendpsychiater ein spezifisches Therapieprogramm erstellen.
     
  Eltern kennen ihr Kind besser als irgendjemand anderes und wissen, welches Verhalten ihr Kind üblicherweise zeigt. Wenn sie das Gefühl haben, ihr Kind hat ein Problem, suchen sie nach professioneller Hilfe. Es ist ein sehr wichtiger erster Schritt, um mit Sicherheit herauszufinden, ob es ein Problem gibt, und wenn ja, was ihrem Kind am besten helfen kann.
     
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